Frombork – der Sommer ist da

Ganz erfüllt von Danzig, tat es gut, wieder auf’s Rad zu steigen .. an der Küste entlang .. zur ruhig dahinfließenden, breiten Weichsel, wo wir mit einer Fähre übersetzten. Dort lockte ein wunderbar ausgebauter Radweg entlang des Stroms – weite Blicke über die Weichselebene.

Blick von der Fähre

Östlich von der Weichsel lag unser Ziel: Malbork (Marienburg). Hoch am Nogatufer liegt mit großer Prächtigkeit die von den Deutschordensrittern im 13./14. Jahrhundert erbaute Festung Marienburg, der größte Gebäudekomplex der Backsteingotik!

Marienburg und die Nogat

Das Neben- und Ineinander von wehrhafter Trutzigkeit und filigraner Kunstfertigkeit ist faszinierend. Wir haben 4 Stunden mit großen Augen auf dem 21 Hektar großen Burggelände zugebracht.

Ein Festsaal

Nun habe ich doch Alexanders Erkältung adoptiert! Zum Glück ist unsere nächste Etappe nur 45 Kilometer lang: Elbląg ist das Ziel. Ein ruhiger Zeltplatz am Ufer der Elbląg lädt zum Verweilen ein!

Ein Tee in der Abendsonne

Am Samstag früh nehmen wir ein kleines Schiff, das uns zunächst flussaufwärts über einen weiten, schilfbewachsenen See, Lebensraum tausender Wasservögel, in den Oberländischen Kanal brachte. Dieser Kanal wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, eine Wasserstraße, die 99 Meter Höhenunterschied mittels Slipwagen überwindet: das Schiff wird von einem Wagen auf Rädern huckepack genommen und über ca. 20 Meter hohe Hügel gezogen. Einzigartig!!

Fünf Mal durften wir dieses Spektakel erleben

Nach wieder sehr leckerem veganen Essen folgte ein 10-stündiger Genesungsschlaf!

Nun sind wir in Frombork angekommen, ein ganz kleiner Ort (nicht einmal 2 1/2 Tausend Einwohner!), berühmt für Nikolaus Kopernikus, der hier gewirkt und geforscht hat, und für eine riesige Ordensburg auf dem Hausberg, wiederum erbaut von den Ordensrittern im 13. Jahrhundert.

Ihr fragt euch vielleicht, wie denn nun unsere Fahrradwege sind, nachdem wir kürzlich eine kleine Krise hatten….. Wir versuchen, unseren Frieden mit den hiesigen Bedingungen zu machen und lernen, „zwischen“ der Karte zu lesen. Bei der Planung mischen wir Straßenabschnitte mit sogenannten Fahrradwegen. Wir akzeptieren eine gewisse Portion Abgase und Raser und nehmen uns dazu eine Prise Einsamkeit zum Preis von Schotter und Sand und … Schieben.

Traumhaften, stillen Wald gegen Schotterpiste
Frombork Zeltplatz – allein auf weiter Flur und ziemlich oll!