
Ich wage jetzt mal einen Vergleich: während Danzig mir spontan ins Herz gesprungen ist, wollte Vilnius sich langsam entdecken lassen. Hier habe ich mehrmals hinschauen müssen, um die Schönheit von Straßen, Häusern und Kirchen wahrzunehmen.

Die Altstadt, die wir vor allem angeschaut haben, lebt von der Vielfalt, kein einheitliches Stadtbild. Gotische, barocke, klassizistische Gebäude stehen dort nebeneinander in gewachsener Struktur, ergänzt mit neueren z.T. aus sozialistischer Zeit stammenden Bauten.


Tordurchfahrten öffnen immer wieder einen Blick in weitläufige Höfe, wo Bistrotische zum Essen einladen, wo sich kleine Läden etabliert oder wo einfach die Bewohner Gärten angelegt haben. Die 13 Innenhöfe der alten Universität sind schöne Treffpunkte und Orte für eine kleine Pause.

Und fast um jede Straßenecke rum ist ein Platz: riesige und winzige, oft dreieckige, offene oder unter hohen Bäumen schattige Orte, wo Kaffee getrunken wird, Kinder spielen oder kleine Flohmärkte ihre Stände haben. Sehr einladend!


Und eine solche Dichte von Restaurants, Cafés und Bars habe ich, glaube ich, noch nie gesehen. An diesem Wochenende wird das „Pink Soup“ Fest mit allerlei Rummel gefeiert. Es bezieht sich auf ein sehr leckeres Gericht: kalte Rote Bete Suppe, hartgekochtes Ei mit Pellkartoffel. Die Hintergründe bleiben mir verschlossen: die litauische Sprache ist mir ein Buch mit 7 Siegeln!!


Eigentlich wollten wir heute am Sonntag weiterfahren. Aber ein Mageninfekt o.ä. hat mich gepackt. So haben wir nochmal um 2 Tage verlängert.