Gerüsche…

… ich kann mich nicht entscheiden, ob ich in diesem Beitrag der Nase oder dem Ohr den Vortritt geben soll.

Die meisten Tage unserer Reise sind wir ja rund um die Uhr draußen. Im Sinne von Hören und Riechen zähle ich unser kleines Zelt zu „Draußen“. Und natürlich bewegen wir uns ohne Lärm durch die Lande. Eine stille Angelegenheit. So werden mit der Zeit die Sinne immer sensibler. Ich erlebe das so.

Hier verschmelzen Hören und Riechen: Stille und der süße Geruch von Sonne auf Waldboden

Am schönsten vielleicht sind die Töne am frühen Morgen, wenn so gerade der Tag beginnt. Als ich gestern schon um 5 Uhr früh aufgewacht bin, zeigte sich so gerade das Sonnenlicht am Horizont und mit einem harschen „rrrrra“ gab eine Gans am gegenüberliegenden Ufer der Elbe den Einsatz zum Vogelkonzert.

Zeltplatz in Schönebeck bei Magdeburg

Ich war wach. Und ich konnte mich nicht satt hören, an den verschiedensten Tönen, die so viele Vögel allein oder in der Gruppe gepfiffen/gesungen/geschnattert, ja sogar geklappert haben. Und zwischendurch ein einzelnes „Muuuh“. Es war viel Stille rund um das Konzert, sodass ich einzelne Stimmen gut differenzieren konnte. Kleine Flügelschläge direkt neben dem Zelt – toll. Und als es dann schon richtig hell war und auch die dummen Tauben dazwischengurrten, wurde der feine Vogelstimmenvielklang von Auto-, Zug- und Industrielärm übertönt.

Noch liege ich im Zelt, das war der Blick über die Elbe.

Wir lagen noch mucksmäuschenstill im Zelt (Alexander schlief noch), da verirrte sich ein Rotschwänzchen in unser Außenzelt und guckte vorwitzig durch die Gazeschicht. Was für ein wunderbares Aufwachen!

Genug geschwärmt…. wir hatten auch Campingplätze direkt an der Autobahn oder in der Nähe von viel befahrenen Bahnstrecken: Menschenlärm… weil nämlich z. B. Wind oder Regen oder plätscherndes Wasser auch stark sein können, aber doch eher angenehme, beruhigende Geräusche sind.

So, das Ohr nahm sich den Vortritt. Morgen folgt die Nase!